Am Anfang steht nie die Schlussfolgerung, sondern das Dokument. Reto Wüthrich wertet Akten und Bewilligungen aus und prüft, was die Unterlagen tatsächlich sagen und was nicht. Aussagen, die sich nicht durch ein Papier oder ein Gespräch stützen lassen, schaffen es nicht in den Bericht. Dieses Vorgehen verlangsamt manche Recherche, schützt aber vor Behauptungen, die sich später nicht halten lassen und die Leserinnen und Leser in die Irre führen würden.
Messdaten brauchen eine eigene Sorgfalt. Markus Gysin prüft Werte auf Plausibilität, bevor sie in eine Zeitleiste oder Kartendarstellung einfliessen. Er achtet darauf, ob Messmethoden vergleichbar sind und ob Grenzwerte richtig gelesen werden. So entstehen Darstellungen, die nicht nur anschaulich sind, sondern auch einer fachlichen Nachfrage standhalten, etwa durch Hydrologen oder Lehrpersonen, die mit den Zahlen arbeiten.
Wer kritisiert wird, soll antworten können. Die Redaktion legt Vorwürfe den betroffenen Stellen schriftlich vor und gibt ihnen Gelegenheit zur Stellungnahme. Diese Antworten erscheinen im Bericht, auch wenn sie unbequem sind. Das ist keine Höflichkeit, sondern Teil der Genauigkeit: Eine Recherche ist erst vollständig, wenn die Gegenseite gehört wurde und ihre Sicht für die Leserschaft nachvollziehbar dargestellt ist.
Corinne Baumgartner prüft als Chefredaktorin jede Recherche vor der Veröffentlichung. Sie fragt nach der Quelle hinter jeder wichtigen Aussage und verlangt Klarheit, wo Formulierungen zu viel behaupten. Stellt sich später ein Fehler heraus, wird er benannt und berichtigt. Diese Strenge nach innen ist der Grund, weshalb Leserinnen und Leser den Berichten vertrauen können und sie in Fachkreisen weitergeben.
Céline Rochat betreut die französischsprachigen Berichte und Regionalthemen rund um Genfersee und Jura. Sie bringt Kenntnisse der lokalen Behörden und Gewässer ein, die bei Recherchen in der Romandie unverzichtbar sind. Ihre Arbeit sorgt dafür, dass Umweltthemen nicht nur aus einer Sprachregion betrachtet werden und dass Befunde in ihrem jeweiligen regionalen Zusammenhang gelesen werden.